Pflichtpraktikum

  • Servus zusammen,


    ich bin zurzeit etwas am Verzweifeln und versuche nach jedem Strohhalm zu greifen. Meine Situation: Ich habe (abgesehen vom Praktikum) meinen Bachelor in Luft- und Raumfahrt letztes Jahr im Sommer abgeschlossen. D.h. 170 Credits bisher. Ich habe jetzt ein Jahr lang im Master im Ausland studiert (wobei ich im Bachelor beurlaubt war) und würde jetzt mit dem Master an der TUM (für den ich angenommen wurde, aber den ich noch nicht angenommen habe) anfangen. Ich hatte geplant die fehlenden 8 Wochen Praktikum im Juli, August und September zu absolvieren (also eher freiwillig 12 statt 8 Wochen), trotz ca. 15 Bewerbungen bei verschiedenen Firmen (nicht nur in München und nicht nur die "Großen") und bereits einem Jahr Masterstudium im Ausland, habe ich keine einzige positive Antwort bekommen. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen mich nach einem 6-monatigem Praktikum für das kommende Wintersemester umzusehen und ein Semester später den Master an der TUM zu beginnen. Was mir jedoch langsam Sorgen bereitet, dass ich das Praktikum bis spätestens Ende SS16 absolviert haben muss, um kein Problem mit der Fortschrittskontrolle bekomme, weswegen ich mich früh genug um Hilfe kümmern möchte, um nicht zu hören "Und wieso kommen Sie damit erst jetzt?" :P


    Meine konkrete Frage: Ich habe vor mich auch bei IASTE für ein internationales Praktikum im nächstes Jahr zu bewerben, was jedoch u.U. zu spät wäre um den Bachelor offiziell in 8 Semester zu beenden. Wie entgegenkommend ist da das Prüfungsamt in solchen Fällen?


    Allgemein: Habt ihr irgendwelche Tipps für Firmen, Ingenieursbüros oder ähnliches, die Studenten der TUM besonders schätzen? Den IKOM-Katalog habe ich schon rauf und runtergewälzt, sowie auch im Branchenverzeichnis geschaut. Ich habe definitiv überdurchschnittliche Studienleistungen und immerhin auch schon ein Jahr im Master studiert. Wenn es für mich bereits so schwierig ist, wie habt ihr es geschafft euch noch im Bachelorstudium mit ein paar Vertiefungsvorlesungen und u.U. einer Bachelorarbeit einen Praktikumsplatz zu besorgen?


    Wie denkt ihr über die Notlösung die fehlenden 8 Wochen als Fertigungs- statt Ingenieurspraktikum zu machen? Scheint den Firmen doch etwas absurd, wenn man bereits 4 Jahre studiert hat und dann zum Feilen, Drehen und Fräsen vorbei kommt, oder täusche ich mich da?

  • Wie denkt ihr über die Notlösung die fehlenden 8 Wochen als Fertigungs- statt Ingenieurspraktikum zu machen? Scheint den Firmen doch etwas absurd, wenn man bereits 4 Jahre studiert hat und dann zum Feilen, Drehen und Fräsen vorbei kommt, oder täusche ich mich da?

    Das Problem ist, es scheint ihnen eher absurd, wenn du ein kurzes Ingenieurspraktikum suchst und die fehlenden 8 Wochen als Fertigungspraktikum zu machen sind eher realistisch auf die Schnelle. Ich denke auch, ein Problem bei dir ist, dass du dann Praktikum machen willst, wenn alle im Urlaub sind, sprich sich evtl. kein Betreuer in den Firmen findet bzw. kein Interesse da ist, bei Sonne und weniger Mitarbeitern einen Praktikanten unter die Fitiche zu nehmen, der zudem zu kurz da ist, um davon etwas zu haben ... hinzu kommt Betriebsurlaub im Sommer bei Produktionsbetrieben.


    Also wenn du schnell fertig werden willst, dann suche ein Fertigungspraktikum. Wenn nicht, dann bewerbe dich für mehr als drei Monate im Sommer. Und bewerben, bewerben, bewerben... 15 ist noch keine Zahl, bei der man die Flinte ins Korn wirft, manche Praktika sind sehr kurzfristig zu vergeben.

  • Das Problem ist, es scheint ihnen eher absurd, wenn du ein kurzes Ingenieurspraktikum suchst und die fehlenden 8 Wochen als Fertigungspraktikum zu machen sind eher realistisch auf die Schnelle. Ich denke auch, ein Problem bei dir ist, dass du dann Praktikum machen willst, wenn alle im Urlaub sind, sprich sich evtl. kein Betreuer in den Firmen findet bzw. kein Interesse da ist, bei Sonne und weniger Mitarbeitern einen Praktikanten unter die Fitiche zu nehmen, der zudem zu kurz da ist, um davon etwas zu haben ... hinzu kommt Betriebsurlaub im Sommer bei Produktionsbetrieben.


    Also wenn du schnell fertig werden willst, dann suche ein Fertigungspraktikum. Wenn nicht, dann bewerbe dich für mehr als drei Monate im Sommer. Und bewerben, bewerben, bewerben... 15 ist noch keine Zahl, bei der man die Flinte ins Korn wirft, manche Praktika sind sehr kurzfristig zu vergeben.

    Dann sollten meine Erfolgschancen ja jetzt etwas höher sein, nachdem ich mich für 6-7 Monate über den Winter beworben habe, oder? Ich bleibe natürlich dran, denn es gibt definitiv mehrere kurzfristige Möglichkeiten.


    In welchem Bereich willst du denn Praktikum machen?

    Am Liebsten etwas in der Forschung & Entwicklung. Habe z.B. recht vernünftige FEM-Kenntnisse. Bin aber mittlerweile allen Branchen und Fachbereichen offen gegenüber.

  • Hast Du Dich schon mal bei kleineren Firmen umgeschaut? Vor dem Studium hab war ich noch zwei Wochen bei einem kleinen Stahlbaubetrieb in meiner Heimat (40Mitarbeiter: Agrat-/Nutzfahrzeuge und allgemeiner Stahlbau) und hab da ein bisschen CAD gelernt. Wurde dann auch freundlicherweise als Fertigungspraktikum vom Betrieb bestätigt. Was ich sagen will: Wenn alle Stricke reißen, würde ich mich bei sowas mal umschauen, da es da dann doch eher unkompliziert und flexibel zugeht. Hat jetzt natürlich keinen großen Prestigefaktor, aber die Erfahrung hab ich auch gemacht, dass es schwierig ist, etwas unter 6 Monaten bei größeren Firmen zu finden...

  • Erst mal Danke für die Tipps von euch hier! Ich bin jetzt glücklicherweise bei MAN Truck & Bus untergekommen.


    Eine andere Diskussion zur Länge dieser Praktika, die ich noch kurz anstoßen möchte, ist folgende: Die großen Firmen bieten ohne Pflichtanteil fast nur noch maximal dreimonatige Praktika an auf Grund von Mindestlohnregelungen. Ist man motiviert und möchte länger in der Abteilung bleiben, muss man entweder einen Nachweis über ein Pflichtpraktikum erbringen oder anschließend eine Werkstudententätigkeit eingehen. Offiziell ist also ein Praktikum länger als drei Monate auf dem Papier auch wieder schwierig und bedarf Verhandlungen/Tricks. Irgendwas läuft falsch im deutschen Arbeitsvertragsrecht...

  • Das war ja leider absehbar, als es hieß, dass der Mindestlohn für alle Beschäftigungen - ausser Schülerpraktika - gelten wird.
    In meinen Augen wäre es sinnvoll, wenn man bei freiwilligen Praktika auch eben freiwillig auf den Mindestlohn verzichten kann. Denn lieber ein Praktikum für 800€/Monat - anstatt 8,50/Stunde - als gar keines.
    Praktikanten anderer Branchen profitieren andereseits vielleicht auf lange Sicht vom Mindestlohn auch bei Praktika. Dort ist es ja teilweise üblich sich selbst nach dem Studium von einem "freiwilligen" Praktikum ins nächste zu hangeln. Mit dem Mindestlohn nimmt eine solche Ausbeutung von Praktikanten möglicherweise ab, da die Praktikanten nicht mehr viel günstiger als Festangestellte sind.


    Dir aber auf jeden Fall erstmal viel Spaß im Praktikum ;)